Dringender Handlungsbedarf: Solidarische Pflegevollversicherung endlich einführen
Zur aktuellen Entwicklung bei den Kosten für die Pflege im Heim erklärt die pflegepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Steffi Pulz-Debler:
„Die aktuellen Zahlen zur Pflege im Heim belegen eine alarmierende Entwicklung. Die monatlichen Eigenanteile der Pflegebedürftigen steigen weiter an und überschreiten im bundesweiten Durchschnitt inzwischen die Marke von 3000 Euro im Monat.
Die galoppierenden Kosten sind nicht nur eine Belastung für die Betroffenen, sondern auch ein deutliches Signal für die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Reform des Pflegesystems. Trotz Kostendämpfer wie Entlastungszuschlägen steigen die Eigenanteile weiter. Die Ursachen sind vor allem steigende Personal-, Unterhalts- und Verpflegungskosten, die die Pflegekassen an die Pflegebedürftigen weitergeben. Wenn sich diese angesichts schmaler Renten die Eigenanteile nicht mehr leisten können, springen die Kommunen ein, die ebenfalls zunehmend belastet sind.
Es darf nicht sein, dass Pflegebedürftige und ihre Familien, aber auch die Kommunen weiter finanziell überfordert werden. Das Pflegeheim darf nicht länger zur Armutsfalle werden. Stattdessen brauchen wir eine nachhaltige Lösung, die die Kosten fair verteilt und die Pflege für alle bezahlbar macht. Mit einer solidarisch finanzierten Pflegevollversicherung, in die alle Einkommen einzahlen, könnten pflegebedingte Heimkosten vollständig übernommen und Eigenanteile auf unter 1000 Euro pro Monat gesenkt werden.“
