Arbeitszeitangleichung an den Unikliniken – Endlich Schluss mit der Ungleichbehandlung in Ostdeutschland

Zur Einigung in den Tarifverhandlungen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und der Angleichung der Wochenarbeitszeit an den Universitätskliniken in Mecklenburg-Vorpommern erklärt die Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Jeannine Rösler:

 

„Die Angleichung der Wochenarbeitszeit an den Universitätskliniken in Mecklenburg-Vorpommern ist überfällig. 36 Jahre nach der Deutschen Einheit war die Ungleichbehandlung der Beschäftigten in Ostdeutschland nicht länger hinnehmbar. Dass die Kolleg:innen in Universitätsmedizin Rostock und Universitätsmedizin Greifswald bislang 40 Stunden pro Woche arbeiten mussten – bei gleichem Entgelt und damit faktisch geringerem Stundenlohn als in den westdeutschen Bundesländern – war schlicht nicht mehr zu rechtfertigen.

Bundesweit gilt an den Universitätskliniken eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden. In den ostdeutschen Einrichtungen in Rostock, Greifswald und Jena waren bislang 40 Stunden festgeschrieben. Das bedeutete für die Beschäftigten fast zehn zusätzliche Arbeitstage im Jahr im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen im Westen.

Die nun erreichte Angleichung ist ein Erfolg der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften. Tausende Kolleg:innen haben sich in den vergangenen Jahren klar positioniert und Druck gemacht. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt.

Kritisch bewerten wir jedoch die zwischenzeitlich bekannt gewordene Haltung einzelner Landesregierungen, die sich gegen die Abschaffung der Ungleichbehandlung gestellt hatten. Wer politisch immer wieder die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Ost und West einfordert, darf bei einer so konkreten Frage nicht auf der Bremse stehen. Die Beschäftigten erwarten zu Recht Verlässlichkeit.

Auch im Vergleich innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns war die Situation kaum vermittelbar: In kommunalen und privaten Krankenhäusern des Landes gilt im nicht-ärztlichen Bereich bereits die 38,5-Stunden-Woche.

Die Angleichung ist ein wichtiges Signal der Anerkennung für die Beschäftigten an unseren Unikliniken. Gute Arbeitsbedingungen sind eine zentrale Voraussetzung für eine stabile Gesundheitsversorgung – gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt gilt es, die Umsetzung zügig und verbindlich zu gestalten.“