Oldenburg: Kürzung bei Sprach- und Integrationskursen muss zurückgenommen werden
Zu den Vorschlägen von CSU-Politiker Alexander Dobrindt, Sprach- und Integrationskurse zu kürzen, erklärt die designierte Spitzenkandidatin zur Landtagswahl für die Partei Die Linke, Simone Oldenburg:
„Die Kürzung von Sprach- und Integrationskursen ist integrationspolitisch kurzsichtig sowie bildungs- und sozialpolitisch unverantwortlich. Sprache ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe, zum Zugang zum Arbeitsmarkt und zu einem selbstbestimmten Leben. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle – und verschärft am Ende die Probleme, die angeblich gelöst werden sollen.
Kinder und Familien sind die Hauptleidtragenden von Kürzungen bei Sprach- und Integrationskursen. Wenn Eltern keine ausreichende Möglichkeit haben, Deutsch zu lernen, erschwert das nicht nur ihren Alltag, sondern beeinträchtigt unmittelbar die Bildungs- und Entwicklungschancen ihrer Kinder. Sprache ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, sozialer Teilhabe und Chancengleichheit. Wer hier kürzt, nimmt in Kauf, dass Kinder von Anfang an schlechtere Startbedingungen haben. Gute Integrationspolitik denkt Familien ganzheitlich – sie stärkt Eltern, damit Kinder stark aufwachsen können.
Darüber hinaus ist Sprache der zentrale Zugang zu Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Auch in Mecklenburg-Vorpommern suchen viele Unternehmen dringend Fach- und Arbeitskräfte. Wer Menschen den Zugang zu Sprachkursen erschwert, verhindert ihre schnelle Integration in den Arbeitsmarkt und schadet damit auch der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern sind viele Unternehmen händeringend auf Fach- und Arbeitskräfte angewiesen.
Statt Integrationsangebote zu kürzen, braucht es ihren Ausbau: mehr Kursplätze, verlässliche Finanzierung und begleitende Kinderbetreuung. Integration gelingt nicht durch Ausgrenzung, sondern durch echte Teilhabe. Eine gerechte und zukunftsfähige Politik stärkt Kinder und Familien – und investiert in Sprache als Grundlage für echte Teilhabe.“
