Diese Website verwendet Cookies.
Skip to main content

Schicksal der Beschäftigten bleibt bei Suche nach Alternativen zur Königlinie offenbar außen vor

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Situation der von der Schließung der Königslinie betroffenen Kolleginnen und Kollegen“ DS 7/5092 erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion Henning Foerster:

 

„Von der Schließung der Route durch die Reederei Stena Line sind 130 Kolleginnen und Kollegen betroffen. Diese stammen zu großen Teilen von der Insel Rügen und haben die Berichte zu einem möglichen Neustart des Fährbetriebs zwischen Saßnitz und Ystad daher sicher mit Interesse verfolgt. Wer jedoch darauf gehofft hatte, dass sich die Landesregierung gegenüber potentiellen, neuen Betreibern auch für die Übernahme der gut ausgebildeten Maschinisten, Rezeptionisten, Bordgastronomen, Reinigungskräfte oder des seemännischen Personals stark machen würde, bleibt momentan enttäuscht zurück.

So fallen die Antworten auf konkrete Fragen schmallippig bis ausweichend aus. Erkenntnisse zu den Perspektiven der betroffenen Beschäftigten innerhalb des Unternehmens Stena Line, zum Beispiel am Standort Rostock? Fehlanzeige. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf der Insel Rügen? Vielleicht ja im Bereich Hotellerie und Gastronomie. Konkrete Unterstützungsangebote, zum Beispiel die Organisation von Jobbörsen in Zusammenarbeit mit der regional zuständigen Arbeitsagentur? Nichts, stattdessen der Verweis auf die allgemeine Förderpraxis des Landes zur Unterstützung der regionalen Arbeitsmarktentwicklung. Transfergesellschaft? Keine Erkenntnisse. Gespräche mit der zuständigen Gewerkschaft EVG? Haben offenbar nicht stattgefunden.

Die Art und Weise, wie das zuständige Wirtschafts- und Arbeitsministerium hier agiert hat, ist mehr als enttäuschend. Zwar hält man die Übernahme von ehemaligen Stena Line Beschäftigten beim potentiellen neuen Betreiber  FRS Königslinjen GmbH i.G. prinzipiell für wünschenswert, konkrete Gespräche darüber, unter welchen Voraussetzungen diese auch tatsächlich stattfinden  könnte, hat man anscheinend bisher jedoch mit niemanden geführt. So weiß man folgerichtig auch nicht, wie hoch der Personalbedarf an Bord des zukünftig zum Einsatz kommenden Schiffes überhaupt ist. Die einzig konkrete Aussage ist derzeit, dass landeseitig die grundsätzliche Bereitschaft besteht, einen neuen Fährverkehr, der ab dem 15.09.2020 seinen Betrieb aufnehmen könnte, mit einer Anschubfinanzierung zu unterstützen. Nicht viel, wenn man bedenkt, wie viel Zeit seit der Verkündung des Aus für die alte Königslinie bereits ins Land gegangen ist.“